Ozontherapie in der Zahnheilkunde

Ozon wirkt im medizinisch therapeutischen Bereich
1. bakterizid (tötet Bakterien);
2. fungizid (tötet Pilzsporen);
3. viruzid (Tötet Viren);
4. durchblutungsfördernd;
5. blutstillend;
6. wundreinigend;
7. beschleunigt die Wundheilung (da es die örtliche Sauerstoffversorgung im Wundgebiet verbessert und Stoffwechselvorgänge verstärkt).
[Veröffentlichung der ärztlichen Gesellschaft für Ozontherapie 1985].

 

 

Einsatzgebiete
Behandlung von Zahnfleischtaschen in der Parodontaltherapie sowie in der Parodontalchirurgie und zur Behandlung von Dentitio difficilis (Zahndurchbruchsstörungen). Zur Desinfektion von Kavitäten, Wurzelkanälen (bei der Wurzelkanalbehandlung), Stümpfen (bei der Präparation von Kronen- und Brücken). Zur Behandlung von Pilzerkrankungen im Mundraum, Aphten, Herpes und Stomatitis, caries profunda (tiefe Karies) sowie infizierte Wunden (z.B. Dolor post nach Zahnextraktionen).

Was ist Ozon?
Ozon ist eines der stärksten Oxidationsmittel, die dem Menschen zur Verfügung stehen. Es ist ein wirksames Bleichmittel und kräftiges Entkeimungsmittel, es tötet Bakterien und Pilze schneller als z.B. Chlor. Auch Viren und Substanzen, die von den bei der Wasseraufbereitung meist üblichen Chemikalien nicht angegriffen werden, werden von Ozon oxidiert. Darum wird es heute anstelle von Chlor, zur Wasserentkeimung in Bädern und Trinkwasserversorgungen eingesetzt. Seine vorteilhaften Eigenschaften sind schon vor langer Zeit für die Medizin entdeckt worden, noch bevor die Technik sie sich zunutze machte.

Wie entsteht Ozon?
Ozon entsteht unter Einfluß von UV-Strahlung oder elektrischer Entladung, durch Umwandlung von Sauerstoff (chemisch O2) in Sauerstoffoxyd (chemisch O3). Die Ozonschicht unserer erdfernen Hülle ermöglicht erst, daß wir auf ihr leben können, sie schützt uns vor der UV-Strahlung der Sonne.

Die Eigenschaften des Ozons
Ozon ist ein stark riechendes Gas, das, entsprechend konzentriert eingeatmet, schädigt. Lungen werden durch eingeatmetes Ozon, Augen und Schleimhäute durch Begasung gereizt.Ozon zerfällt, ist die Erzeugung beendet, sehr schnell wieder zurück in Sauerstoff. Die Ozonmengen, die den Heilzweck erfüllen, ohne zu schaden, hat man in zahlreichen Versuchen ermittelt. Bei Ozon ist es ähnlich wie bei anderen Heilmitteln: Es ist nicht so, daß sehr große Mengen auch vieles vermögen. Hier gilt: Kleine Mengen wirken durchblutungsfördernd, anregend; größere Mengen blutstillend, desinfizierend und hemmend.

Historie über den Einsatz des Ozons in der Heilung
Bereits 1916/17 konnte man trotz mangelnder Technologie über erstaunliche Erfolge bei der Ozonbegasung von Fisteln, Wunden und Phlegmonen verwundeter Soldaten berichten. Ähnliche Erfolge stellte man bei der Begasung von eitrigen, infizierten Verwundungen fest. 1933 führte der Züricher Zahnarzt Fisch das Ozon in der zahnheilkunde mit guten Erfolg bei der Behandlung von infizierten Wundhöhlen, Parodontose und anderen bakteriellen Entzündungen ein. 1933 schaffte Professir Payr, Chirurg in Leipzig, durch groß angelegte Arbeiten die klinischen Grundlagen für die Nutzung des Ozons in der Schulmedizin. Trotz der hervorragenden Erfolge im ersten Weltkrieg und danach, geriet die Ozontherapie nahezu in Vergessenheit. Die früheren Apparate der Ozonerzeugung waren sehr groß und hielten dem Ozon selber nur für kurze zeit stand. Erst im Zuge moderner Technologien konnte sich die Ozontherapie in jüngster Zeit wieder durchsetzen.